Mit einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche begann das diesjährige Stiftungsfest der Kolpingsfamilie. Unter dem Leitwort „Richtig sehen“ wurde die Gemeinde gleich zu Beginn durch ein Anspiel in das Thema hineingenommen: Menschen waren vor lauter Neid, Stolz, Wut und Zorn blind für die Fakten
So wurde eindrücklich deutlich, wofür wir in unserem Leben manchmal „blind“ sind – und wo wir dagegen aufmerksam und sehend bleiben.
Pfarrer und Präses Wolfgang Gebert griff diese Gedanken in seiner Predigt auf. Aus dem Ausspruch „Ich glaube nur, was ich sehe“ führte er dazu hin, wie sehr unsere Wahrnehmung heute auf die Probe gestellt wird. Gerade in Zeiten von Fake-News zeigt sich, wie schnell vermeintliche Gewissheiten entstehen. Viele Menschen sehen zwar unzählige Bilder und Informationen, bleiben aber dennoch blind für die Realität und das Wesentliche. Der Glaube, so Gebert, wolle unsere Augen öffnen: Er könne helfen, den Blick zu weiten – und gerade dadurch davor bewahren, für das Wesentliche blind zu werden.
Passend zum Stiftungsfest wurde der Bogen zu den Idealen Adolph Kolpings geschlagen: Der Gesellenvater habe seine Augen niemals vor den Zeichen der Zeit und den Nöten der Menschen verschlossen. Als Kolpingsfamilie sei es Auftrag und Ansporn, das weiterzuführen, was Kolping vorgelebt hat. So sang es auch der Kolpingchor, der den Gottesdienst schwungvoll umrahmte, im abschließenden Kolpinglied: Wir sind Kolping – Menschen dieser Welt und wir sehen das, was wirklich zählt.“
Sehenswert waren anschließend auch die Bilder, die Kolpingbruder Luitpold Mayr den zahlreichen Kolpingmitgliedern zeigte – darunter sogar echte Raritäten. Vieles weckte Erinnerungen: So hatten einige Anwesende selbst noch etwas dazu zu erzählen und ergänzten dessen unterhaltsame Erläuterungen und Geschichten durch persönliche Erlebnisse. Die Zeit verging dabei wie im Flug und schien fast zu kurz.
Mit einem gemeinsamen Mittagessen klang das Stiftungsfest in geselliger Runde aus.















